Das vollautomatisch steuerbare System bündelt eine Vielzahl fortschrittlicher Messmethoden in einem einzigen Gerät und deckt ein außergewöhnlich breites Anwendungsfeld ab. Es ermöglicht Experimente unter extremen Bedingungen – bei Temperaturen von kühlen 1,8 Kelvin nahe dem absoluten Nullpunkt bis hin zu 400 Kelvin sowie unter starken Magnetfeldern von bis zu 9 Tesla. Neben klassischen elektrischen Transport- und Hall-Messungen unterstützt die Anlage die breitbandige ferromagnetische Resonanzspektroskopie (FMR) bis 40 Gigahertz. Über einen Präzisionsrotator lassen sich Proben zudem winkelabhängig untersuchen, während optische Zugänge über Glasfaser und Freiraumzugang flexible Experimente ermöglichen. Damit kann das Braunschweiger Forschungsteam ab jetzt supraleitende, magnetische, spintronische, halbleitende und optoelektronische Materialien und Bauelemente unter verschiedenen Betriebsbedingungen im Detail durchleuchten.
Die neue Forschungsinfrastruktur stärkt vor allem die interdisziplinäre Vernetzung, etwa gemeinsam mit dem Institut für Halbleitertechnik sowie dem Institut für Physik der Kondensierten Materie an der TU Braunschweig. Das Gerät kommt dabei umgehend in mehreren Verbundprojekten zum Einsatz. Es ermöglicht im Rahmen des Projekts „OptoFluxonics“ innerhalb des Exzellenzclusters QuantumFrontiers umfassende Analysen an hybriden, lichtgesteuerten Supraleiter-Bauelementen. Im DFG-Projekt „Super3DMag“ dient es der Charakterisierung fortschrittlicher magnetischer Materialien und komplexer 3D-Nanoarchitekturen. Zudem nutzt das DFG-Projekt „SyMPaThY“ die neue Technologie für spektroskopische Untersuchungen von Spinwellen bei tiefen Temperaturen.
Das System wurde im Rahmen des DFG-Großgeräteprogramms (Art. 91b GG) unter der FUGG-Nummer INST 188/584 (Projekt-Nr. 558960473) angeschafft.