In unserer #PushingTheBoundaries-Serie stellen wir die Professorinnen im Exzellenzcluster QuantumFrontiers vor und sprechen über die Herausforderungen, denen Frauen in männerdominierten Feldern wie Physik und Ingenieurwesen begegnen. Zwischen dem Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft am 11. Februar und dem Internationalen Frauentag am 8. März zeigen wir, wie Frauen das Feld mit ihrer Expertise geprägt haben – und welche Veränderungen wir vorantreiben möchten.
„Ich habe gehört, sie will heiraten? Nun, dann kein Stipendium für sie …“
Vor Jahrzehnten brachten diese Worte die Karriere von Laura Chalk Rowles aus der Spur, jener Physikerin, die Schrödingers Vorhersagen zum Stark-Effekt erstmals experimentell bestätigte. Trotz ihrer Brillanz wurde ihr aufgrund von Gerüchten die Förderung verweigert; später verlor sie wegen überholter Regeln gegen Vetternwirtschaft ihre Universitätsstelle.
Die Welt ist heute eine andere – und dennoch ist der Weg nicht selbstverständlich. Wir freuen uns, mit Beginn der zweiten Förderphase von QuantumFrontiers, Professorin Stefanie Kroker als neue Co-Sprecherin für die TU Braunschweig ankündigen zu können.
Stefanie ist eine treibende Kraft in integrierter Photonik und Metamaterialien. Ihre Arbeiten sind ein entscheidender „Enabler“ für die nächste Generation der Physik:
- Gravitationswellendetektoren rauschärmer machen
- Quantencomputer kompakter machen
- Die Stabilität von Hochleistungslasern erhöhen
Über ihre Rolle im Exzellenzcluster hinaus unterstreichen ein ERC Consolidator Grant und zahlreiche internationale Kooperationen ihren Status als Spitzenforscherin.
Die Kraft von Vorbildern
Trotz ihres Erfolgs spricht Stefanie offen über bestehende Hürden. Als erste Akademikerin ihrer Familie weiß sie, dass der Weg zur Professur für Frauen oft steiler ist. An eine frühe Konferenzerfahrung erinnert sie sich so: „Wenn ich an einen meiner ersten Konferenzvorträge zurückdenke, kann ich nicht sicher sagen, wie viel davon meiner Forschung geschuldet war und wie viel schlicht dem Füllen einer Quote. Wir wollen unsere Wissenschaft präsentieren – nicht, weil wir Frauen sind, oder schlimmer noch trotz der Tatsache, dass wir Frauen sind, sondern weil unsere wissenschaftliche Arbeit die Bühne verdient.“
Repräsentation ist ihr wichtig. Vorbilder wie Ursula Keller (ETH Zürich) – ebenfalls Erstakademikerin und Pionierin der Laserphysik, die sich unermüdlich für Frauen in MINT einsetzt – haben sie geprägt.
Der Weg nach vorn
Stefanie Kroker treibt nicht nur Forschung voran; sie setzt sich dafür ein, dass Karrieren wie ihre für die nächste Generation von Physikerinnen zur Regel werden – nicht zur Ausnahme.
Es ist uns eine Ehre, sie als Sprecherin von QuantumFrontiers zu haben. Lasst uns überholte Denkmuster weiter aufbrechen und eine Zukunft gestalten, die allein von wissenschaftlicher Exzellenz geprägt ist.