Prof. Dr. Fei Ding vom Institut für Festkörperphysik der Leibniz Universität Hannover (LUH) freut sich über eine Förderung des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) im Programm “Proof of Concept” (PoC). Er ist QuantumFrontiers-Mitglied, forscht aktuell mit einem der begehrten und hoch dotierten ERC Consolidator Grants an der LUH und erhält die zusätzliche Auszeichnung, um das kommerzielle oder gesellschaftliche Potenzial seines laufenden ERC-Projekts voranzutreiben. Die Förderhöhe beträgt 150.000 Euro. Diese Förderung ergänzt sein laufendes ERC Consolidator Grant-Projekt und ist die dritte Auszeichnung durch den ERC in seiner wissenschaftlichen Laufbahn.
Die PoC-Förderung des ERC richtet sich ausschließlich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits eine der vier Hauptförderlinien des ERC (Starting, Consolidator, Advanced und Synergy Grant) erhalten haben. Sie unterstützt die Weiterentwicklung von Erkenntnissen aus bestehenden ERC-Projekten mit dem Ziel, den Sprung von der Grundlagenforschung in die praktische Anwendung zu ermöglichen.
Für Fei Ding ist es die dritte aufeinanderfolgende ERC-Förderung in kurzer Zeit (Gesamtfördersumme rund 4,62 Millionen Euro):
- ERC Starting Grant „QD-NOMS” (2016): Entwicklung hochwertiger Halbleiter-Einzelphotonenquellen und verschränkter Photonenzweiquellen als Basis für zukünftige Quantenbauelemente
- ERC Consolidator Grant „MiNet“ (2022): Untersuchung der Synchronisationsprobleme zwischen Knotenpunkten in Quantenkommunikationsnetzwerken und Aufbau stabiler Netzwerkarchitekturen
- ERC Proof of Concept „ComPQT” (2025): Integration der zuvor entwickelten Technologien zu einem „Plug-and-Play“-fähigen Quantennetzwerk-Terminalsystem und Übertragung der Labortechnologie in reale Netzwerkumgebungen
Das laufende MiNet-Projekt widmet sich der Frage, wie in einem großflächigen, komplexen Quantennetzwerk eine präzise zeitlich-frequenzielle Synchronisation aller Komponenten möglich ist. In enger Zusammenarbeit mit der LUH und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) wird ein auf optischen Atomuhren basierendes Netzwerk über Telekommunikationsfasern aufgebaut. Dieses ermöglicht es, hochstabile Zeit- und Frequenzsignale von Hannover nach Braunschweig zu übertragen – ein entscheidender Schritt hin zur kontrollierten Mehrteilchenverschränkung im Netzwerkkontext.
Das PoC-Projekt „ComPQT“ zielt darauf ab, das Anwendungspotenzial dieser Forschungsergebnisse im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld auszuloten. Geplant sind unter anderem die Entwicklung eines Demonstrators, Marktanalysen, die Erstellung eines Geschäftsplans sowie die Einbindung potenzieller Industriepartner, Nutzergruppen und Stakeholder.