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Physikalisch-Technische Bundesanstalt und TU Braunschweig verlängern gemeinsames Graduiertenschule

Physikalisch-Technische Bundesanstalt und TU Braunschweig verlängern gemeinsames Graduiertenschule

© Georg Dornig/TU Braunschweig
Die jährliche B-IGSM Summerschool hat sich zum regelmäßigen Treffen für den wissenschaftlichen Nachwuchs des Forschungsschwerpunkts Metrologie entwickelt.
© Georg Dornig/TU Braunschweig
Chemie-Nobelpreisträger Stefan Hell bei einem Vortrag der B-IGSM.

Die Zusammenarbeit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) und der Technischen Universität Braunschweig in Forschung und Lehre ist eine der großen Erfolgsgeschichten der Region. Den Start markiert die Gründung der Braunschweig International Graduate School of Metrology (B-IGSM) im Jahr 2007. In den 14 Jahren der gemeinsamen Graduiertenschule ist die wissenschaftliche Kooperation über rund 120 gemeinsame Promotionen und zahlreiche Publikationen angewachsen und ermöglichte gemeinsame Großprojekte wie das Exzellenzcluster QuantumFrontiers. Mit einem neuen Kooperationsvertrag verlängern die beiden Einrichtungen die Graduiertenschule nun bis mindestens 2028.

Wie viel Erkenntnis bringt ein Experiment, das sich nicht wiederholen lässt? Die Metrologie ist nicht nur die Wissenschaft des Messens, sondern auch der Kern der wissenschaftlichen Methode. Sie beschäftigt sich mit Standards, Messnormalen oder die Reproduzierbarkeit von Ergebnissen. In der Braunschweig International Graduate School of Metrology fließt diese Kernkompetenz des nationalen Metrologie-Instituts mit der vielfältigen Forschung der Universität zusammen. Rund 50 Doktorand*innen forschen im Kolleg in den Natur- und Ingenieurwissenschaften – von Physik und Elektrotechnik, über den Maschinenbau bis hin zu den Lebenswissenschaften. Ein Konzept, aus dem viele Vorteile erwachsen sind.

Für die PTB, die als Bundesbehörde kein Promotionsrecht hat, regelt die B-IGSM die wissenschaftliche Ausbildung der PTB-Mitarbeitenden. Auf der anderen Seite kommen mit den neuen Promovierenden neue Impulse in die Institute der TU Braunschweig, die die Forschungsleistung der Universität über alle Disziplinen hinweg auf ein neues Präzisionslevel hebt. Ein Impuls verdichtete sich in der DFG-geförderten Graduiertenkolleg NanoMet, die die Herausforderung annahm, metrologische Standards in der Biologie einzuführen. Das überzeugende Argument bei der Antragstellung: Über die bereits existierende B-IGSM war die Zusammenarbeit zwischen PTB und TU Braunschweig bereits von gemeinsamen Erfolgen geprägt.

Summer Schools und Ringvorlesungen

Neben der gemeinsamen Betreuung von Promovierenden organisiert die B-IGSM regelmäßig Veranstaltungen. Ein jährliches Highlight ist die B-IGSM Summer School, eine Woche voller Vorträge, Postersessions und Diskussionen. Die Fachtagung für die jungen Forschenden der B-IGSM organisierten dabei bereits prominente Vortragende wie der Chemie-Nobelpreisträger Stefan Hell oder Physik-Nobelpreisträger Klaus von Klitzing. Zusätzlich ergänzt die B-IGSM seit 2007 das Lehrangebot der TU Braunschweig mit drei englischsprachigen Ringvorlesungen, die gleichermaßen für Promovierende und Studierende offen ist. Die Vorlesungen bieten den internationalen Promovierenden der Graduiertenschule zudem die Möglichkeit, auch ohne Deutschkenntnisse eigene Lehrerfahrungen zu sammeln.

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass die bisherige Kooperation zwischen Universität und Nationalem Metrologieinstitut noch mehr an Fahrt aufnehmen kann. Gleich mehrere Themengebiete stehen vor akuten metrologischen Herausforderungen: Zunächst einmal verlangen die Quantentechnologien wie Quantencomputer, die zum Beispiel von beiden Institutionen etwa im Exzellenzcluster QuantumFrontiers oder dem Quantum Valley Lower Saxony entwickelt werden, metrologische Standards. Auf der anderen Seite startet die PTB mit dem Innovationszentrum für Systemische Metrologie in eine neue Form der Metrologie im Zeitalter von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Ein Themenfeld, das an der TU Braunschweig in den Forschungsschwerpunkten Stadt der Zukunft und Engineering for Health ein Gegenstück findet.