2020 wurde in Hannover und Braunschweig das Quantum Valley Lower Saxony (QVLS) gegründet. Das Projekt wurde durch das Land Niedersachsen und die VolkswagenStiftung initiiert und nahm erstmals in Deutschland das Thema der Quantentechnologie von den Grundlagen bis in die Anwendungen als Ganzes in den Blick. QVLS basiert auf vielen Jahren der exzellenten Forschung in der Quantentechnologie. Forschende an der Leibniz Universität Hannover, der TU Braunschweig und der Physikalisch-Technische Bundesanstalt arbeiten hier insbesondere an Quantencomputern für Anwendungen in der Wissenschaft und Wirtschaft. Als Quanten-Bits oder Qubits werden dabei einzelne geladene Atome (sogenannte Ionen) verwendet. Quantencomputer versprechen, wichtige Rechenprobleme der Menschheit beispielsweise bei der Erforschung neuer Materialien und Wirkstoffe, bei der Optimierung in Logistik, Produktion und Finanzwesen oder im maschinellen Lernen lösen zu können. Bei solchen Problemen können selbst Supercomputer prinzipbedingt in vertretbarer Zeit nie eine Lösung finden. Die Forschenden des QVLS nehmen aktuell mehrere dieser Quantencomputer Stück für Stück in Betrieb.
Jetzt können sie sich über ein neues Projekt freuen: Mit „QVLS-BRIQ“ fördern das Land Niedersachsen und die VolkswagenStiftung das weitere Wachstum der Quantentechnologie. In QVLS-BRIQ werden wichtige Themen des Quantencomputing gefördert wie beispielsweise Methoden, die es erlauben, mit den winzigen Rechenfehlern umzugehen, die durch die fragile Natur der Quantensysteme zustandekommen. Darüber hinaus unterstützt das neue Projekt, das von Anfang 2026 bis Ende 2031 läuft, die weitere Integration der Quantenprozessoren – beispielsweise indem die elektronischen Kontrollsignale direkt auf dem Quantenchip erzeugt werden.
Doch Quantentechnologie ist mehr als der Quantencomputer – zum Beispiel können Sensoren, die auf Quanteneffekten beruhen, viel genauer messen oder Quanteneffekte die Kommunikation garantiert abhörsicher machen. Solche Fragen werden auch in Hannover und Braunschweig untersucht. Im Zukunftscluster-Projekt QVLS-iLabs, gemeinsam mit der Industrie im „High Tech Inkubator“ QVLS-HTI und mit vielen neuen Startups, die auch neue Arbeitsplätze schaffen.
Vor allem aber stärkt das neue Projekt „QVLS-BRIQ“ die Zusammenarbeit der Forschenden. Aus den neu genehmigten Mitteln können Maßnahmen zur Wissenschaftskommunikation, für den Transfer von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die Industrie, für die Vernetzung mit Unternehmen und für die Öffentlichkeitsarbeit finanziert werden. Schließlich hat die UNESCO das Jahr 2025 zum internationalen Quantenjahr ausgerufen, im Gedenken an die vor einhundert Jahren erstmals grundlegend formulierte Quantenmechanik.